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Hymn score of: Fraget doch nicht, was mir fehle - Durst nach Gott (Carl Johann Philipp Spitta/Johannes Thomas Rüegg)

Christ My Song - 129

Fraget doch nicht, was mir fehle - Durst nach Gott
(Carl Johann Philipp Spitta/Johannes Thomas Rüegg)

Durst nach Gott.

Meine Seele dürstet nach dem lebendigen Gott.
(Originaltitel, für Liedblatt zu lang.)

1. Fraget doch nicht, was mir fehle,
  forschet nicht nach meinem Schmerz;
Durst nach Gott füllt meine Seele,
  Drang zu Gott verzehrt mein Herz.
Gebt mir alles, und ich bleibe
  ohne Gott doch arm und leer,
unbefriedigt, dürstend treibe
  in der Welt ich mich umher.

2. Reichtum, Wollust, Pracht und Ehre,
  Schönheit, Kunst und Wissenschaft,
nichts von allem füllt die Leere
  meines Herzens, gibt ihm Kraft.
Kraft zum Leben, Lieben, Leiden,
  Trost, Geduld bei Hohn und Spott,
Freudigkeit und Mut zum Scheiden
  gibt nur der lebend'ge Gott.

3. Zwar ein Götze blinder Heiden,
  Werk der Hände, Bild der Kunst,
stillt nicht meiner Seele Leiden,
  ist nur Eitelkeit und Dunst.
Auch das Bildnis der Gedanken
  und Begriffe dieser Zeit
setzen nicht der Sehnsucht Schranken,
  die nach Gott, nach Gott nur schreit.

4. Ach! Wann werd ich dahin kommen,
  dass ich Gottes Antlitz schau,
aller Eitelkeit entnommen,
  nur auf ihn allein vertrau?
Ach! Wann werd ich so ihn haben,
  dass mir nichts mehr ihn entreißt,
so mit allen seinen Gaben,
  wie sein Wort ihn mir verheißt?

5. Wann wird seines Geistes Fülle
  mich zum Tempel Gottes weihn?
Wann sein großer, heilger Wille
  meines Willens Wille sein?
Wann wird jegliche Begierde
  in der einen untergehn,
als sein Werk, zu seiner Zierde
  allenthalben da zu stehn?

6. O ich weiß, die angefachte
  Sehnsucht bleibt nicht ewge Qual;
der die Seele dürstend machte,
  stillet ihren Durst einmal,
wenn die Wüste sie vertauschen
  darf mit Edens Lustgefild,
wo die Lebensströme rauschen,
  wird der heiße Durst gestillt.

Carl Johann Philipp Spitta, Psalter und Harfe, 34-36.

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