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Hymn score of: Es hilft uns nicht, mit hohen Gaben (Gottfried Arnold/Johannes Thomas Rüegg)

Christ My Song - 1608

Es hilft uns nicht, mit hohen Gaben
(Gottfried Arnold/Johannes Thomas Rüegg)

Es hilft uns nicht, mit hohen Gaben.

1. Es hilft uns nicht, mit hohen Gaben
  und Wissenschaft geziert zu sein;
wir müssen ganz was andres haben,
  dadurch das Herz kann werden rein.
    Das bloße Wissen bläht nur auf
    und hemmt die Heiligung im Lauf. PDF - Midi

2. Ein Abgrund ist in uns verborgen
  von unermessner Eitelkeit;
die macht uns irren, rennen, sorgen,
  so dass Gott unsrer sich nicht freut;
    wir haben dieses Elends Macht
    durch unsern Fall auf uns gebracht.

3. Wär einer völlig auch entzücket
  bis in des dritten Himmels Licht,
und doch nicht kräftiglich entrücket
  der Selbstsucht schrecklichem Gericht:
    er strauchelte doch überall,
    und tät im Himmel einen Fall!

4. Es kämpft um uns auf allen Seiten,
  es beut sich allen alles an.
Wohl dem, der weislich weiß zu streiten,
  und Überwinder werden kann!
    Hier hilft uns Christi Liebe nur,
    und führet auf die Siegesspur.

5. Es ist so leichtlich nicht geschehen,
  als mancher oft im Anfang meint;
wer Gottes Gnade nicht kann sehen,
  kämpft lang vergeblich mit dem Feind.
    Ach, was ist aller eigne Krieg,
    wenn Gott uns nicht verhilft zum Sieg?

6. Meint einer auch, nun sei's gewonnen,
  so geht der Streit von Neuem an;
es ist nichts unterm Licht der Sonnen,
  was dich von dir erlösen kann.
    Hier bleibt alleine Christi Herz,
    das löset uns von allem Schmerz.

7. Doch fühlen müssen wir's im Streiten,
  wie tief die Sünde in uns liegt,
dass wir einander nicht verleiten,
  und denken, es sei schon gesiegt.
    Es ist dem Menschen gut, zu sehn,
    dass es so schleunig nicht geschehn.

8. Hier gilt ein Menschenwort geringe,
  viel Reden reichet hier nicht zu;
nein, es sind überird'sche Dinge,
  dadurch man kommt zur wahren Ruh!
    Wo Nacht mit Nacht stimmt überein,
    kann Licht mit Licht nur siegreich sein!

Gottfried Arnold, bearbeitet, in: Johann Peter Lange, Deutsches Kirchenliederbuch, 1843, Lied 580.

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