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Hymn score of: Erhebe dich, mein Geist, von dieser Erde (Peter Friedrich Engstfeld/Johannes Thomas Rüegg)

Christ My Song - 1635

Erhebe dich, mein Geist, von dieser Erde
(Peter Friedrich Engstfeld/Johannes Thomas Rüegg)

Erhebe dich, mein Geist, von dieser Erde.

1. Erhebe dich, mein Geist, von dieser Erde,
  und schweb empor im feurigen Gebet!
Damit dein ganzes Wesen himmlisch werde,
  wirst du von Gottes Gegenwart durchweht.

2. Mit Kindlichkeit, mit Demut, mit Vertrauen
  leg deinem Gott des Herzens Wünsche dar;
dein Glaube muss allein auf ihn nur schauen,
  dann wird sein starker Arm dir offenbar.

3. Und mehr noch, als Gewährung deiner Bitte,
  das Höchste wird dir im Gebet zuteil:
du stehest in des Heiligtumes Mitte,
  der Tempel ist geöffnet, dir zum Heil.

4. Es ist Gebet die wahre Himmelsleiter,
  der Zugang zu dem hohen Gnadenthron,
ein großer, heilger, mächt'ger Gottesstreiter,
  ein Himmelskind, des Glaubens Kraft und Lohn.

5. Und wollen dich die Flügel nicht mehr tragen:
  der Heilge Geist hilft deiner Schwachheit auf;
er wird dir heimlich Himmelsworte sagen,
  sein Seufzen hemmet deiner Sprache Lauf.

6. Drum halte still! Lass ruhig ihn nur walten!
  Er seufzet, betet, spricht und fleht für dich;
dann magst du hochentzückt die Hände falten;
  der Herr erbarmet deines Flehens sich.

7. Dann ist geheiligt deines Herzens Sehnen,
  und dein Gebet flammt auf dem Hochaltar;
es werden abgetrocknet deine Tränen,
  und Gottes Amen wird dir offenbar.

8. Es öffnet sich des Himmels goldne Pforte,
  du stehst mit aufgedecktem Angesicht,
du hörest unaussprechlich süße Worte
  und dich umschließt des ewgen Lebens Licht.

9. Hier ist dir's wohl, als einem Gotteskinde,
  du fühlst ein Erbe dich im Vaterhaus;
des Geistes Siegel ist dein Angebinde,
  und ungestöret gehst du ein und aus.

10. Wie, wenn ein Himmelsfreund in trauter Stille,
  ein treuer Bruder zu dem andern spricht,
und wie in Eins verschmolzen beider Wille:
  so stehest du vor Jesu Angesicht.

11. O welche Seligkeit! Mit ihm im Bunde,
  wird zum Gespräch dein heiliges Gebet;
es tönet Antwort dir aus seinem Munde,
  tief in dein Herz vom Thron der Majestät.

12. So tritt denn freudig hin zum Thron der Gnaden!
  Das kindliche Gebet ist Himmelssaat,
und kehrt zurück, mit Schätzen reich beladen. –
  Du winkst, du winkst! Dein Kind, o Vater, naht.

Peter Friedrich Engstfeld, bearbeitet, in: Johann Peter Lange, Deutsches Kirchenliederbuch, 1843, Lied 462.

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