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Hymn score of: Mein Herz, gib dich zufrieden (Johann Anastasius Freylinghausen/Johannes Thomas Rüegg)

Christ My Song - 1677

Mein Herz, gib dich zufrieden
(Johann Anastasius Freylinghausen/Johannes Thomas Rüegg)

Mein Herz, gib dich zufrieden.

1. Mein Herz, gib dich zufrieden,
und bleibe ganz geschieden
  von Sorge, Furcht und Gram:
die Not, die dich jetzt drücket,
hat Gott dir zugeschicket,
  sei still, und halt dich wie ein Lamm. PDF - Midi

2. Mit Sorgen und mit Zagen
und unmutsvollen Klagen
  häufst du nur deine Pein:
durch Stillesein und Hoffen
wird, was dich jetzt betroffen,
  erträglich, sanft und lieblich sein.

3. Kann's doch nicht ewig währen,
oft hat Gott seine Zähren,
  eh man's meint, abgewischt;
wenn's bei uns heißt: wie lange
wird mir so angst und bange!
  so hat er Leib und Seel erfrischt.

4. Gott pflegt es so zu machen:
nach Weinen schafft er Lachen,
  nach Regen Sonnenschein;
nach rauen Wintertagen
muss uns der Lenz behagen:
  er führt in Höll und Himmel ein.

5. Indes ist abgemessen
die Last, die uns soll pressen,
  auf dass wir werden klein;
was aber nicht zu tragen,
darf sich nicht an uns wagen,
  und sollt's auch nur ein Quentlein sein.

6. Denn es sind Liebesschläge,
wenn ich es recht erwäge.
  womit er uns belegt;
nicht Schwerter, sondern Ruten
sind's, damit Gott, zum Guten,
  hier seine Kinder segnend schlägt.

7. Er will uns dadurch ziehen
zu Kindern, die da fliehen
  das, was ihm missbehagt,
den alten Menschen schwächen,
den Eigenwillen brechen,
  die Lust ertöten, die uns plagt.

8. Er will uns dadurch lehren,
wie wir ihn sollen ehren
  mit Glauben und Geduld,
und sollt er uns in Nöten
auch lassen, ja gar töten,
  uns doch getrösten seiner Huld.

9. Denn was will uns auch scheiden
von Gott und seinen Freuden,
  dazu er uns ersehn?
Man lebe oder sterbe,
so bleibet uns das Erbe,
  des Himmels ewiglich doch stehn.

10. Ist Christus unser Leben,
so muss uns, seinen Reben,
  der Tod sein ein Gewinn;
er mag wohl diese Höhle
zerbrechen, doch die Seele
  fliegt auf zum Bau des Himmels hin.

11. Drum gib dich ganz zufrieden,
mein Herz, und bleib geschieden
  von Sorge, Furcht und Gram;
vielleicht wird Gott bald senden,
die dich auf ihren Händen
  hintragen zu den Bräutigam.

Johann Anastasius Freylinghausen, bearbeitet, nach: Johann Peter Lange,
Deutsches Kirchenliederbuch, 1843, Lied 610.

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