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Hymn score of: Komm Gottes Geist, komm höchster Gast (Johann Ernst Wenigk/Johannes Thomas Rüegg)

Christ My Song - 1731

Komm Gottes Geist, komm höchster Gast
(Johann Ernst Wenigk/Johannes Thomas Rüegg)

Komm Gottes Geist, komm höchster Gast.

1. Komm Gottes Geist, komm höchster Gast,
  Herr, den der Himmel nicht umfasst,
      noch dieser Kreis der Erde;
komm, offenbare dich auch mir,
  Gott Heilger Geist, dass ich in dir
      ein Geist mit Christus werde:
        leite
        heute,
      Geist und Sinnen,
      mein Beginnen
  und mein Leben,
deiner Liebe nachzustreben.

2. Komm, teures Gut, komm höchster Schatz,
  komm in mein Herz und schaffe Platz,
      dich gläubig einzunehmen;
ich glaube fest, mein Heil und Licht,
  du, teurer Tröster, wirst dich nicht
      der armen Hütte schämen:
        eile,
        heile,
      Herz und Seele
      mit dem Öle
  deiner Gnaden,
mache gut den Sündenschaden.

3. Entzünd in mir die Liebesglut,
  und mache brünstig Geist und Mut,
      du Flamme reiner Liebe;
lass mich mit dir versiegelt sein,
  damit in Not und Todespein
      ich steten Glauben übe:
        rühre,
        führe
      mein Gemüte,
      Gottes Güte
  zu erkennen,
Christus meinen Herrn zu nennen.

4. Erquicke mich, du sanfter Wind,
  du Brunn, wo Lebenswasser rinnt,
      du süße Freudenquelle,
die allen Durst der Seelen stillt,
  und aus der Gottheit Tiefe quillt
      ganz rein und ewig helle:
        fließe;
        gieße
      deine Gaben,
      mich zu laben,
  wenn ich sitze
in der Angst und Seelenhitze.

5. Sei meiner Ohnmacht Kraft und Macht,
  mein helles Licht in dunkler Nacht,
      mein Weg, wenn ich verführet;
mein Lehrer in Unwissenheit,
  mein starker Beistand in dem Streit,
      bis mich die Wonne zieret:
        schütze,
        stütze,
      Herr, mich Schwachen,
      stark zu machen
  meinen Glauben,
lass mir nichts die Krone rauben.

6. Hilf mir in meiner letzten Not,
  versüße mir den bittern Tod:
      wenn Herz und Augen brechen,
so sei du meines Lebens Licht;
  lass, wenn die Zunge nicht mehr spricht,
      dein Seufzen für mich sprechen.
        Lass mich
        endlich
      selig scheiden
      zu den Freuden
  aller Frommen;
ach, wann werd ich dahin kommen!

Johann Ernst Wenigk, in: Johann Peter Lange, Deutsches Kirchenliederbuch, 1843, Lied 240.

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