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Hymn score of: Viel ist nicht dem Menschen nötig - Gott ist mein Heil (Carl Johann Philipp Spitta/Johannes Thomas Rüegg)

Christ My Song - 260

Viel ist nicht dem Menschen nötig - Gott ist mein Heil
(Carl Johann Philipp Spitta/ Johannes Thomas Rüegg)

Gott ist mein Heil.

1. Viel ist nicht dem Menschen nötig,
  aber Eins zum Seligsein,
und sein Gott ist gleich erbötig,
  ihm das Eine zu verleihn.
Doch dies Eine ist nichts Kleines,
denn es ist der Schöpfer seines
  Lebens selbst, durch den allein
  er kann wahrhaft selig sein.

2. O der wunderbaren Liebe,
  die sich Keinem je versagt,
mit erbarmungsvollem Triebe
  selbst dich ruft und selbst dich fragt:
Willst du, Mensch, mich denn nicht haben,
mich und alle meine Gaben,
  meine ganze Seligkeit
  hier und in der Ewigkeit? –

3. Hat mit solchem Liebestone
  Gott sich dir nicht offenbart?
Spricht er nicht in seinem Sohne
  zu dir ganz auf gleiche Art?
O der Gnädige, der Gute
schreibt mit seines Sohnes Blute
  an das Kreuz: Ich liebe dich,
  sünd'ger Mensch – nun lieb' auch mich! –

4. Wären wir in Sündentrieben
  nicht so weit von ihm getrennt,
o wir müssten all' ihn lieben!
  Lieben muss ihn, wer ihn kennt.
Doch den kein Verstand begreifen
kann, soll unser Glaub' ergreifen,
  dass, wer gläubig sein ihn nennt,
  ihn im Glauben liebt, erkennt.

5. Gottgefällig und gottselig
  kann kein Mensch auf Erden sein,
der nicht seinen Gott allmählich
  gänzlich schließt ins Herz hinein.
Glaube macht ihn uns zu eigen
und die Liebe muss es zeigen,
  dass er unser eigen ist,
  unser Herz ihn fest umschließt.

6. Wenn wir ihn im Herzen haben,
  o dann mangelt's, dann gebricht's
uns an keinen Segensgaben,
  o dann fehlt uns weiter nichts,
dann erst haben wir das Eine,
ohne welches keine reine,
  wahre Freud' und Seligkeit
  hier ist und in jener Zeit!

Carl Johann Philipp Spitta, Nachgelassene geistliche Lieder, 1862, 52-54.

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