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Hymn score of: Zu dir ist meine Seele stille (Andreas Rehberger/Johannes Thomas Rüegg)

Christ My Song - 1664

Zu dir ist meine Seele stille
(Andreas Rehberger/Johannes Thomas Rüegg)

Zu dir ist meine Seele stille.

    1. Zu dir ist meine Seele stille,
mein Herr und Gott, auf den mein Glaube blickt.
    Aus deiner Gnade reicher Fülle
fließt mir der Trost, der meinen Geist erquickt.
  Da alle Welt nicht raten, helfen kann,
  treff ich bei dir, was mich beruhigt, an.

    2. Dir ist mein Seufzen nicht verborgen,
du weißt, wonach das arme Herz sich dehnt.
    Du siehst, wie unter bangen Sorgen
voll Kümmernis das Auge zu dir tränt.
  Dies liegt mir an: ich möchte gerne rein
  und durch dein Blut, o Herr! entsündigt sein.

    3. Ich danke es ewig deiner Gnade,
die mich gesucht, die mich vom Schlaf erweckt,
    die mir, wie tief mein innrer Schade,
durch deinen Geist recht deutlich aufgedeckt,
  und die zugleich, da mich mein Elend beugt,
  mir Hilf' und Rat in deinen Wunden zeigt.

    4. Die sind dir auch für mich geschlagen.
Wer Sünder heißt, den geht der Heiland an,
    der alle Schulden abgetragen
und für die Welt auf ewig gnug getan.
  Du rufst mich auch zu deinem Kreuze hin.
  Ich wag's aufs Wort und komme wie ich bin.

    5. Mein Hoffnungsgrund ist dein Erbarmen.
Ich weiß, dein Herz neigt gerne sich zu mir.
    Versöhner, Freund der Geistlich-Armen!
Wer zu dir kommt, den stößt du nicht von dir.
  Dies hast du ja an Keinem noch getan.
  Ich bin gewiss: an mir fängst du's nicht an.

    6. Nein, Jesus! du hast Lust zum Leben,
Du rufst mir zu: getrost, Sohn! du bist mein.
    Was du gesündigt, ist vergeben,
nun soll an dir nichts mehr verdammlich sein.
  Ich schenke dir mein reines Unschuldskleid
  und schmücke dich mit meiner Heiligkeit.

    7. So hab ich Gnad bei dir gefunden?
Ja, Herr! dein Geist bezeugt es meinem Geist,
    der, aller seiner Last entbunden,
mit Dank und Ruhm aus allen Kräften preist,
  wie wohl ihm ist, da deine Rettermacht
  ihn ohn Verdienst zum Kindschaftsrecht gebracht.

    8. Muss ich noch was am Fleische leiden,
so duld ich es mit still-gelassnem Mut.
    Kann mich doch nichts von dir mehr scheiden,
von dir, in dem mein Glaube sicher ruht.
  Der Schmerz sei groß, ich bleibe doch gesetzt,
  weil mich der Trost: "Ich habe Gnad!" ergötzt.

    9. Der ist's, der in den letzten Stunden
zum letzten Kampf mich stark und mutig macht.
    Da du den Tod längst überwunden
und dort  auch mir mein Erbe zugedacht,
  so schlaf ich sanft auf deinen Zuruf ein:
  "Du bist gerecht, nun sollst du herrlich sein!"

Andreas Rehberger, bearbeitet, in: Johann Peter Lange, Deutsches Kirchenliederbuch, 1843, Lied 481.

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