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Hymn score of: Befiehl du deine Wege (Paul Gerhardt/Johannes Thomas Rüegg)

Christ My Song - 1692

Befiehl du deine Wege
(Paul Gerhardt/Johannes Thomas Rüegg)

Befiehl du deine Wege.

1. Befiehl du deine Wege,
  und was dein Herze kränkt,
der allertreusten Pflege
  des, der den Himmel lenkt,
der Wolken, Luft und Winden
  gibt Wege, Lauf und Bahn,
der wird auch Wege finden,
  da dein Fuß gehen kann.

2. Dem Herren musst du trauen,
  wenn dir's soll wohl ergehn;
auf sein Werk musst du schauen,
  wenn dein Werk soll bestehn.
Mit Sorgen und mit Grämen
  und mit selbsteigner Pein
lässt Gott sich gar nichts nehmen;
  es muss erbeten sein.

3. Dein' ewge Treu und Gnade,
  o Vater, weiß und sieht,
was gut sei oder schade
  dem sterblichen Geblüt;
und was du dann erlesen,
  das treibst du, starker Held!
und bringst zu Stand und Wesen,
  was deinem Rat gefällt.

4. Weg' hast du allerwegen,
  an Mitteln fehlt dir's nicht,
dein Tun ist lauter Segen,
  dein Gang ist lauter Licht,
dein Werk kann Niemand hindern,
  dein' Arbeit darf nicht ruhn,
wenn du, was deinen Kindern
  ersprießlich ist, willst tun.

5. Und ob gleich alle Teufel
  dir wollten widerstehn,
so wird doch ohne Zweifel
  Gott nicht zurücke gehn;
was er sich vorgenommen,
  und was er haben will,
das muss doch endlich kommen
  zu seinem Zweck und Ziel.

6. Hoff', o du arme Seele,
  hoff' und sei unverzagt!
Gott wird dich aus der Höhle,
  da dich der Kummer plagt,
mit großen Gnaden rücken;
  erwarte nur die Zeit:
so wirst du schon erblicken
  die Sonn der schönsten Freud'!

7. Auf, auf! gib deinem Schmerze
  und Sorgen gute Nacht,
lass fahren, was das Herze
  betrübt und traurig macht;
bist du doch nicht Regente,
  der Alles führen soll:
Gott sitzt im Regimente
  und führet Alles wohl.

8. Ihn, ihn lass tun und walten,
  er ist ein weiser Fürst,
und wird sich so verhalten,
  dass du dich wundern wirst:
wenn er, wie's ihm gebühret,
  mit wunderbarem Rat
das Werk hinausgeführet,
  das dich bekümmert hat.

9. Er wird zwar eine Weile
  mit seinem Trost verziehn,
und tun an seinem Teile,
  als hätt in seinem Sinn
er deiner sich begeben,
  und sollt'st du für und für
in Angst und Nöten schweben,
  und fragt' er nichts nach dir;

10. wird's aber sich befinden,
  dass du ihm treu verbleibst,
so wird er dich entbinden,
  da du's am mind'sten gläubst;
er wird dein Herze lösen
  von der so schweren Last,
die du zu keinem Bösen
  bisher getragen hast.

11. Wohl dir! du Kind der Treue,
  du hast und trägst davon
mit Ruhm und Dankgeschreie
  den Sieg und Ehrenkron'.
Gott gibt dir selbst die Palmen
  in deine Rechte Hand,
und du singst Freudenpsalmen
  dem, der dein Leid gewandt.

12. Mach End, o Herr! mach Ende
  an aller unsrer Not,
stärk unsre Füß' und Hände,
  und lass bis in den Tod
uns allzeit deiner Pflege
  und Treu befohlen sein:
so gehen unsre Wege
  gewiss zum Himmel ein.

Paul Gerhardt, in: Johann Peter Lange, Deutsches Kirchenliederbuch, 1843, Lied 548.

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