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Hymn score of: Komm, rufet dir mein Glaube (Johann Franck/Johannes Thomas Rüegg)

Christ My Song - 1734

Komm, rufet dir mein Glaube
(Johann Franck/Johannes Thomas Rüegg)

Komm, rufet dir mein Glaube.

1. Komm, rufet dir mein Glaube,
  komm, heilger, werter Geist,
der uns vom Erdenstaube
  den Pfad zum Himmel weist!
Mein Herz, das dir gebühret,
  sucht deinen Gnadenschein;
es will von dir gezieret,
  und deine Wohnung sein. PDF - Midi

2. O komm, du milder Regen!
  durchdringe meinen Sinn;
komm, schütt auch deinen Segen
  auf alle Frommen hin.
Lass deine Ströme fließen,
  denn wir sind matt und schwach;
woll'st unser Herz begießen,
  so wird der Frühling wach!

3. Du lehrst die Stummen reden,
  du gibst den Müden Kraft,
Freimütigkeit den Blöden,
  den Toren Wissenschaft,
den Tiefbetrübten Wonne,
  den Kranken Arzenei,
den Blinden Aug und Sonne;
  du schaffest Alles neu.

4. Du kannst die Herzen lenken
  in Einem Blick und Nu;
wenn Menschen Arges denken,
  so sprichst du Nein dazu.
Du eilst den Stolz zu brechen,
  machst seinen Rat zu Spott,
dass jeder Mensch muss sprechen:
  Seht, das tut unser Gott!

5. Wer still in Leid und Wehe
  zu Jesu Füßen sinkt,
den hebst du bald zur Höhe,
  wo Licht und Friede winkt.
Doch wer sich kräftig blähet
  im Schein des eignen Lichts,
und deine Kraft verschähet,
  den machest du zum Nichts.

6. Oft, wenn es mit den Deinen
  gar scheinet aus zu sein,
und Christi Feinde meinen,
  sie herrschen nun allein:
dann hilfst du Gottes Kindern
  zum Siege wunderbar,
und machst zu Überwindern,
  was schier zertreten war.

7. Wohlan! ich will dir trauen,
  du werdest bei mir stehn,
und aller Feinde Grauen
  vorüber lassen gehn.
Scheint es um mich geschehen
  in dieser argen Welt,
dann lass die Allmacht sehen,
  die mich umfangen hält!

8. Komm, Tröster, komm von oben,
  und kehre bei mir ein;
so kann im größten Toben
  ich still und freudig sein.
Führ mich in deiner Wahrheit,
  so lang ich Pilger bin;
einst führe mich in Klarheit
  zum Thron des Vaters hin!

Johann Franck, verändert, in: Johann Peter Lange, Deutsches Kirchenliederbuch, Lied 236.
3,3: "Blöden" hier in der älteren Bedeutung von "Zaghaften".

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