Christ My Song - 1688
Gott wills machen
(Johann Daniel Herrnschmidt/Johannes Thomas Rüegg)
Gott wills machen.
1. Gott wills machen,
dass die Sachen
gehen, wie es heilsam ist.
Lass die Wellen
brausend schwellen,
wenn du nur bei Jesus bist. PDF - Midi
2. Wer sich kränket,
weil er denket,
Jesus woll' ihn retten nicht,
wird mit Klagen
nur sich plagen,
sein Unglaub' ist sein Gericht.
3. Im Verweilen
und im Eilen
bleibt dir treu des Vaters Herz!
Lass dein Weinen
bitter scheinen;
dein Schmerz ist ihm auch ein Schmerz.
4. Glaub nur feste,
dass das Beste
über dich beschlossen sei;
wenn dein Wille
nur ist stille,
wirst du von dem Kummer frei.
5. Nimmer klage,
niemals zage,
wenn der Herr dir Leiden gibt;
der sie sendet,
auch sie wendet,
der nie ohne Frucht betrübt.
6. Willst du wanken
in Gedanken,
fass dich in Gelassenheit.
Lass den sorgen,
der auch morgen
Herr ist über Leid und Freud'.
7. Gottes Hände
sind ohn Ende,
sein Vermögen hat kein Ziel.
Ist's beschwerlich,
scheint's gefährlich,
deinem Gott ist nichts zu viel.
8. Nimmer ruht er,
Wunder tut er,
dran der Glaube Feuer fängt.
Alle Taten
sind geraten
jedesmal, wie er's verhängt.
9. Wenn die Stunden
sich gefunden,
bricht die Hilf' mit Macht herein;
und dein Grämen
zu beschämen,
wird es unversehens sein.
10. Eignen Willen
zu erfüllen,
leidet sich's noch ziemlich wohl:
da ist Plage,
Not und Klage,
wo man leiden muss und soll.
11. Drum wohl denen,
die sich sehnen,
nach der stillen Willens-Ruh!
Auf das Wollen
fällt dem Sollen
das Vollbringen reichlich zu.
12. Nun so trage
deine Plage
fein getrost und mit Geduld:
wer das Leiden
will vermeiden,
häufet seine Sündenschuld.
13. Die da weichen
und das Zeichen
ihres Herrn, das Kreuz, verschmähn,
müssen fallen
und mit allen
Feigen zagend draußen stehn.
14. Aber denen,
die mit Tränen
küssen ihres Jesu Joch,
wird die Krone
auf dem Throne
ihres Heilands werden noch.
15. Amen, Amen!
in dem Namen
meines Jesu halt ich still:
es geschehe
und ergehe,
wie, und wann, und was er will.
Johann Daniel Herrnschmidt, bearbeitet, in: Johann Peter Lange,
Deutsches Kirchenliederbuch, 1843, Lied 563.